Pressespiegel
DIE ZEIT 06/2003 Gestrecktes Bein |
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Ein neues Verfahren erlaubt es, die Beine „im Schlaf“ zu verlängern - bei krankhaft verkürzten Gliedmaßen, aber auch zu kosmetischen Zwecken
Von Christoph Drösser
© ZEIT-Grafik: Gisela Breuer
Normalerweise endet das Wachstum eines Menschen nach der Pubertät. Dass das nicht so sein muss, erkannte der russische Chirurg Gawril Ilisarow um 1950. Bei insgesamt 22000 Erwachsenen ließ er in seiner Klinik in Sibirien die Arme und Beine wieder wachsen - vor allem bei Menschen, bei denen nach einem Knochenbruch oder durch einen Geburtsfehler ein Bein kürzer war als das andere. Allerdings bedient die Ilisarow-Methode alle Vorurteile, die man so gegenüber der Medizin der früheren Sowjetunion hat: Die Patienten werden in einen furchterregenden Streckapparat gespannt, der mit dünnen, quer durch den Knochen führenden Stangen befestigt ist. Dank deutscher Ingenieurskunst gibt es nun eine Alternative: den vollautomatischen, implantierbaren Marknagel, mit dem die Gliedmaßen sozusagen von innen verlängert werden. Einen Millimeter pro Tag kann der Patient auf diese Weise wachsen, insgesamt bis zu zehn Zentimeter und mehr.
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